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2005-12-09
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Open Source, der Umschwung


Vor knapp zwei Jahren war unser Einsatz für Open Source Software (d.h. „quelloffene“, freie Software, Abk. OSS) noch von den zuständigen Landesstellen wie eine unpassende Initiative und mit überheblichem Ton abgefertigt worden. Mittlerweile haben sich die selben Stellen eines Besseren belehren lassen müssen, und haben einige, wenn auch noch zögerliche Schritte in die von uns gewiesene Richtung getan; so wurde u.a. das Kompetenzzentrum Open Source eingerichtet, und während der Sommerpause haben die italienischen Schulen in Südtirol ihre Informatiksysteme auf Linux-basierte Software umgestellt.
Dabei hatte der für Informatik zuständige Landesrat Berger Anfang 2004 auf eine von der DPS vorgeschlagene Landtagsanfrage der Grünen noch abweisend geantwortet und behauptet, abgesehen von allem Anderen sollte man von „Free Software“ und nicht von „Open Source“ sprechen. Daraufhin hat die DPS klargestellt und entsprechend begründet, dass der Ausdruck „Open Source“ sehr wohl korrekt und für die betreffenden Belange allgemein üblich ist.
Bezeichnenderweise benennt sich die eingangs erwähnte, beim BIC neu angesiedelte Struktur „Competence Center Open Source“ (Abk. CoCOS); sie soll Informationen zur freien Software sammeln, Fähigkeiten vernetzen und Wissen in Form von Beratungen und Schulungen weitergeben. Die Homepage dieses Kompetenzzentrums (www.cocos.bz) ist übrigens mit der OSS „Plone“ erstellt worden, mit welcher die DPS bereits 2003 - als erste Organisation in Südtirol - ihren Internetauftritt aktualisiert hat.
Wohl aufgrund oben genannter Entwicklungen hat auch Landesrat Berger einen ersten Schritt in Richtung OSS gewagt und auf allen PCs der Landesverwaltung das Programm „OpenOffice.org“ installieren lassen; es handelt sich dabei um die inzwischen schon recht bekannte Bürosoftware (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Datenbank, Html-Tool, usw.), die der gängigeren aber sündteuren Suite „Microsoft Office“ in nichts nachsteht. OpenOffice.org ist gratis und in über 50 Sprachen erhältlich, kann über Internet oder auf CD bezogen werden, und dürfte schon bald zum internationalen Standard avancieren.
Die Umstellung der italienischen Schulen auf Linux geht übrigens auf eine Initiative der italienischen Schullandesrätin Luisa Gnecchi zurück, die damit einmal mehr beweist, dass im Bereich der neuen Technologien viele italienische Landsleute den deutschen voraus sind. Da bleibt nur zu hoffen, dass auch die deutsche Schulleitung, spät aber doch, die Möglichkeiten der freien Software erkennt und entsprechende Maßnahmen setzt!
Weiterführende Infos und Links zum Thema OSS auf unserer Homepage www.d-p-s.org.

Johann Gruber

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