Widwalders Spielplatz
Die Frizzi-Au hat das Zeug dazu, zu einem Paradebeispiel für Arroganz und Größenwahn auf der einen Seite und für Mut und Zivilcourage auf der anderen zu werden. Während Durnwalder und seine Speerspitze Widmann darauf beharren, in der Frizzi-Au bei Pfatten ein Motorsportzentrum zu errichten, wächst der Widerstand.
Pfatten soll nach der Autobahn, der Zuglinie, der Mülldeponie und der Einflugschneise des Bozner Airports nun mit einer weiteren problematischen Einrichtung beglückt werden. Unter dem Deckmäntelchen eines „Fahrsicherheitszentrums“
soll eine Motorsportanlage gebaut werden,
die es in sich hat: Auf dem 20 Hektar großen Areal sind eine Motocross-Bahn, eine Gokart-Strecke und die LKW- und Radpanzerteststrecke für die IVECO
geplant. Alles mit großzügigen Zusatzbauten, die die Voraussetzungen für große Motorsportveranstaltungen
bieten. Es sind vor allem die widersinnigen Motorsporteinrichtungen und die hohen
Kosten in der Größenordnung von rund 20 Millionen
Euro, die immer mehr Gegner auf den Plan rufen. Für
ein Fahrsicherheitszentrum würden 4 bis 5 Hektar reichen und dafür gibt es Standortalternativen. Auch die bestehenden Fahrsicherheitszentren in Innsbruck
und Ala stellen eine echte Alternative dar.
Biologen und Umweltschützer weisen darauf hin, dass die Frizzi-Au als ökologische Ausgleichsfläche
und Überflutungsgebiet für die Etsch eine wichtige Rolle spielen könnte.
Die Debatte könnte eine ganz normale politische Auseinandersetzung sein. Könnte - wenn nicht auf Seiten der Betreiber des Bauvorhabens dermaßen
gelogen, mit Steuergeld geklotzt und arrogant über die Köpfe der BürgerInnen und SteuerzahlerInnen
hinweg entschieden würde.
Engagierte Umweltschützer um den Geschäftsführer des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz,
Klaus Prokopp haben in der Frizzi-Au ein Beobachtungscamp errichtet und leisten Widerstand gegen das absurde Projekt. Das ist eine neue Dimension im ökologischen Aktivismus in Südtirol.
Wie immer die Sache in der Frizzi-Au ausgeht: das Projekt wird zum Fanal eines erstarkenden Bürger- und Gemeinsinnes als Gegengewicht gegen die stets offenkundiger werdende Präpotenz des Systems Durnwalder.
Weitere Info: www.umwelt.bz.it