Sein Unterbewusstsein
Nachträglich noch einige Bemerkungen zur "Causa" Unterberger/Durnwalder: Die Attacke von Frau Unterberger gegen LH Durnwalder hat ihr viel Anerkennung vor allem vonseiten der Frauen eingebracht: Dennoch darf diese Tatsache nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier nur um ein Scheingefecht handelt. Ihre Äußerungen vermitteln den Eindruck einer SVP-internen Demokratie, die es in Wirklichkeit nicht gibt, oder nur in beschränktem Ausmaß, trotz der Existenz der so genannten "Arbeitnehmer". Ich frage mich, ob Frau Unterberger sich tatsächlich der Illusion hingibt, sie könnte innerhalb der SVP auf die Dauer etwas Nennenswertes bewegen? Sie müsste es eigentlich besser wissen. Das gegenwärtige Regime in diesem Lande hat die Machtverhältnisse so einzementiert, dass niemand gegen die beharrenden Kräfte und die etablierten Interessengruppen ungestraft ankämpfen kann: Die Kräfte der Erneuerung wurden immer noch ausgegrenzt oder zum Schweigen gebracht.
Wenn Frau Unterberger konsequent wäre, dürfte sie nicht bei der Kritik an Durnwalder und Freunden stehen bleiben, sondern einen Schritt weiter gehen und für eine ihr genehme Oppositionspartei kandidieren. Nur in der Opposition hätte sie gemäß dem demokratischen Spiel der Kräfte von These und Antithese den nötigen Freiraum, um ihren berechtigten Kampf für Frauenrechte, für gesellschaftlichen Fortschritt und Demokratie ungehindert zu führen. Ich bin überzeugt, dass sie alle Voraussetzungen aufweist, um dabei erhebliche Kräfte zu mobilisieren und dadurch die Opposition entsprechend zu stärken. "Ohne Opposition keine Demokratie!" Die Opposition ist eben nicht etwas, was "naturgegeben" vorhanden ist, sondern sie ist eine Kraft, die ausgebaut und gestaltet werden muss, damit sie das für ihre Rolle nötige Gewicht erreichen kann.
Leserbrief von Karl Berger, Sprecher DPS,
in "FF" No. 21 vom 22. Mai 2003