Es fährt ein Zug ...
Über die Haltung der SVP zum Brennerbasistunnel
In einer Stellungnahme zum Brennerbasistunnel spricht SVP-Obmann Elmar Pichler-Rolle davon, dass die SVP klare Vorstellungen zum Jahrhundertprojekt hat und dass die SVP mit der Lokomotive Durnwalder schon sehr weit gekommen sei. Es ist erfreulich, dass auch die SVP klare Vorstellungen von der Vorgangsweise in Zusammenhang mit dem Monsterprojekt hat. Vielleicht wäre es kein Fehler, diese klaren Vorstellungen auch einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren und schlüssig darzulegen (und vor allem: dann auch danach zu handeln!). Denn die Haltung der SVP-Spitze zum Brennerbasistunnel war bisher kaum erkennbar und wenn, dann immer im Windschatten der großen Lokomotive, die kräftig nach vorne dampft - nur weiß leider keiner, wohin. Bevor wir also in den Zug einsteigen, der von dieser ach so wundersamen Lokomotive Durnwalder gezogen wird, sollten wir etwas mehr über den Fahrplan wissen. Es könnte sonst sein, dass wir irgendwo landen, wo wir gar nicht hinwollen. Denn bisher ist in der ganzen Sache nur eines klar: Den Promotoren geht es nicht um die Lösung von Verkehrsfragen, sondern ums Bauen. Viel zu viele Punkte bleiben offen, so wie es aussieht, wird die Errichtung des Brennerbasistunnels die Belastung durch Schadstoffe und Lärm durch den motorisierten Verkehr nicht nennenswert senken, während nicht vorstellbare Belastungen auf die Baustelle Südtirol zukommen werden. Noch etwas sei der SVP ins Stammbuch geschrieben: "Nicht Lokomotiven verändern die Welt", schreibt Victor Hugo sinngemäß, "sondern Ideen". Da scheint es zu fehlen.
Leserbrief von Markus Lobis, Brixen,
in "FF" No. 41 vom 7. Oktober 2004