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2005-05-02
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Straßenbau schadet der lokalen Wirtschaft


Bei einer am 4. Juni 2004 in Mühlbach stattgefundenen Tagung wurde bekannt, dass der Ausbau des Straßennetzes für die lokale Wirtschaft schädlich ist, eine Erkenntnis, die im markanten Widerspruch zur landläufigen Meinung steht.

Die These, wonach „je besser die Straßen sind, umso mehr Verkehr ziehen sie an“ wurde von Hauptreferenten, Herrn BRÜCKL vom Süddeutschen Institut in Augsburg, auf eindrucksvolle Weise untermauert. Untersuchungen weisen eindeutig nach, dass Investitionen im Straßenbau die heimische Wirtschaft nicht nur nicht fördern, sondern auf die Dauer nachteilig sind. Davon profitieren nur Großunternehmen in Industrie, internationalem Handel und Transportwesen sowie die Billiglohnländer. Die zunehmende Konkurrenz bewirkt einen Verlust an Arbeitsplätzen und ein Sinken des realen Nettoeinkommens der lokalen Bevölkerung. Die bekannten Begleiterscheinungen sind u.a. die Zunahme von Fusionen, der Abfluss von Konsumkaufkraft in die großen außerhalb liegenden Einkaufszentren sowie die Verlagerung von Betrieben.

Was kann man dagegen tun? Laut Herrn Brückl ist der regionale Straßenbau drastisch einzuschränken. Die dadurch gesparten Gelder sollen stattdessen in die massive Förderung der regionalen Wirtschaft gesteckt werden durch die Förderung von Netzwerken (von sog. Clustern), der Kreativität und Innovation, der Aus- und Weiterbildung, der Nachhaltigkeit und der Gründung von neuen Unternehmen, u.z. auf der Grundlage eines klaren, in sich integrierten und zukunftorientierten Konzepts.
Viele konkrete Beispiele haben laut Herrn Brückl gezeigt, dass solche Investitionen für die gesamte regionale Bevölkerung einen sehr hohen Nutzen bringen. Hier gilt der Grundsatz, dass man Steuergelder dort hinfließen lassen soll, wo sie uns wirtschaftlich den höchsten Ertrag auf Dauer bringen.
Die zweite Forderung, die sich ergibt, ist die Kostenwahrheit im Straßenverkehr durch die sog. Internalisierung der externen Kosten, d.h. Berechnung der durch den Straßengüterverkehr bewirkten indirekten Kosten und Schäden.

Welche Schlussfolgerungen sind aus diesen neuen Erkenntnissen zu ziehen? In erster Linie ist die Politik gefordert, eine radikale Kehrtwendung zu vollziehen, aber auch die Wirtschaftsverbände und die Gewerkschaften müssen umdenken. Ferner müssen auch Umweltorganisationen und -parteien (z.B. die Grünen) mehr Verständnis für die Wirtschaft zeigen und den Dialog suchen. Es ist nun einmal so, dass nur die Unternehmer Wohlstand und Arbeitsplätze schaffen können.

Karl Berger

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